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Noch sieben Spiele. Am Ostersonntag sollten
die Schalker Knappen den Karlsruher SC empfangen. In dieser
Phase der Saison, in der Königsblau die Tabelle der 2.
Bundesliga denkbar knapp anführt, zählt jeder Moment, jede
Aktion und jeder Punkt. Noch sieben Partien, in denen wohl alles
sitzen muss, möchte man sich in der Spitzengruppe aus fünf oder
– zählt man die Hertha dazu – sechs Teams am Ende durchsetzen.
Um die drei Eier im Nest Veltins-Arena zu behalten, galt es mit
dem KSC eine gefestigte Truppe zu besiegen, die nach einer sehr
schwachen Phase am Ende des vergangenen Kalenderjahres wieder zu
sich gefunden hat. Schalke musste für das Duell mit den Badenern
mit Nachwehen aus der vorangegangenen Länderspielpause umgehen.
Mit Dzeko und Katic kamen zwei Leistungsträger einerseits
glücklich, andererseits verletzt von der erfolgreichen
Playoff-Partie gegen Italien zurück in den Pott. So groß die
Freude mit den kampfstraken Bosniern mit viel Schalker DNA
(Sead!) war, so teuer musste man diese aus Schalker Sicht
bezahlen. Sylla und Ayhan sprangen in die Bresche und sollten
die entsprechenden Treffer beisteuern (Sylla) oder Gegentreffer
verhindern (Ayhan).
Trotz der Verletzungssorgen war die
Stimmung rund um die Arena gut. Auch die Knappen hatten ihrer
Durchhänger rund um den Jahreswechsel gut weggesteckt und
konnten die Konkurrenten aus Hannover und Darmstadt kürzlich in
den direkten Duellen mit zwei Remis auf Abstand halten. Da noch
zwei Sechs-Punkte-Spiele gegen Teams der „Big Five“ auf dem
Programm standen, musste gegen den KSC unbedingt ein Sieg her.
Bereits beim Aufwärmen war die Nordkurve um Alex, Andre, Flo und
mich gut aufgelegt und heizte der Mannschaft ordentlich ein.
Währenddessen schraubten die Verantwortlichen des S04 mal wieder
am Vorprogramm rum, änderten die Abläufe unnötigerweise und
fügten einen „Song des Spieltags“ und ein Motivationsvideo zum
Einlaufen hinzu. Kindergarten. Die Partie und deren
Wichtigkeiten sprachen doch sowieso für sich. Zum Glück war das
der Schalker Truppe von Beginn an bewusst. Hier in der
Donnerhalle spielte heute nur der FC Schalke 04. Die Gäste aus
Karlsruhe hatten wenig eigene Ideen und Aktionen und nahmen über
die gesamte Spielzeit kaum an diesem Teil. Umso intensiver
verteidigte man jedoch vor dem eigenen Tor.
So blieb das einzige Manko im ansonsten
sehr sicheren und durchdachten Schalker Spiel, die Effektivität
vor dem gegnerischen Kasten. Immer wieder fehlte im Abschluss
die Genauigkeit. Sah es dahingehend mal gut aus, waren es
anfangs die Beine der Karlsruher Verteidiger, die immer noch
zwischen Schuss und Tor kamen. Später war es gar der Referee,
der den Knappen im gegnerischen Strafraum mehrmals im Weg stand.
Zum Glück gab es an diesem Nachmittag diesen einen wichtigen und
glücklichen Moment. Kapitän Karaman verlängerte eine
Ndiaye-Flanke per Kopf an den Innenpfosten des langen Ecks und
sorgte spät für die erlösende Führung (72.). In den gut zwanzig
Minuten zwischen dem denkbar ausgelassenen Torjubel und dem
Sieg, durfte man mal wieder angespannt bibbern. Immerhin hielt
man die harmlosen Gäste weiter klein und war dem 2:0 näher als
der KSC dem Ausgleich. Bleiben noch 18 zu vergebende Punkte, von
denen die nächsten im direkten Duell in Elversberg vergeben
werden.
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