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Ziemlich spontan fiel mein
eintausenddreihundertstes Spiel doch noch in den August. Der
Sommer hatte mittlerweile seine Kraft und seine Kontinuität
verloren und präsentierte sich an diesem Samstag wechselhaft und
windig. Vielleicht sorgte auch dieser Umstand dafür, dass sich
die zuvor gefassten losen Pläne für den Nachmittag
verflüchtigten. Somit wurde beim Mittagessen umgeplant und wenig
später befand sich unsere kleine Familie auf dem Weg in Richtung
Berger Feld. Schalkes Zweite empfing dort ab 14 Uhr den
Abstiegsfavoriten SC Wiedenbrück. Mit Ach und Krach enterten wir
das Parkstadion in dem Moment, in dem die Akteure den heiligen
Rasen betraten. Besser geht’s nicht. Nachdem Lynn mit einer
Pommes für die über die Mittagszeit verschlafene Mahlzeit
entschädigt wurde, galt die Konzentration vorerst dem Spiel. Der
Knappen-Nachwuchs machte das von Beginn an gut, nahm das Heft
früh in die Hand und ging folgerichtig durch einen Ben
Balla-Kopfball in Führung (12.). In der Folgezeit glichen sich
die Bemühungen beider Teams an und die Gäste erzielten fünf
Minuten vor der Pause mit Hilfe des Innenpfostens den Ausgleich.
Sah es anfangs vielleicht ein wenig so aus,
war es jedoch klar, dass das hier heute kein Selbstläufer werden
würde für Königsblau. Einerseits hatte man mit Donkor und Grüger
zwei aussortierte Spieler aus dem Profi-Kader in der Startelf.
Andererseits hatte eine Verletzungsmisere zur Folge, dass
U23-Coach Fimpel nur vier Akteure zum Einwechseln zur Verfügung
standen. Zwei von Ihnen waren Torhüter. Nun hatte man auf dieser
Position wohl die wenigstens Sorgen, da auch hier mit Siebeking
ein Profi im Einsatz war. Während Lynn beständig mit ihrem Ball
über die Ränge flitzte und an ihrer Technik feilte, gab der S04
der „Mission Dritter Saisonsieg“ den finalen Schliff. Buzolli
brauchte im zweiten Durchgang nur wenig Anlauf für die erneute
Führung der Hausherren (52.). Mit dem knappen Vorsprung im
Rücken warf ich erstmals einen genaueren Blick in den
Gästeblock, den ich zuvor bereits akustisch vernehmen konnte.
Das war deutlich mehr, als ich vom Zwerg aus Ostwestfalen
erwartet hatte. Ich sah diverse Spruchbänder, die sich
vielleicht der Aussage der dauerhaft präsentierten „Wir sind
keine Werbefläche“-Zaunfahne anschlossen.
Auch wenn sich die Spieler der Gäste
zwischenzeitlich sichtlich bemühten, sollte das Endergebnis
keine wirkliche Eigenwerbung sein. Vor allem in den
Schlussminuten ergaben sich für die Knappen große Räume zum
Kontern. Das entscheidende 3:1 in der 89. Minute resultierte
dann aus einer Freistoßflanke. In der Nachspielzeit saß dann ein
Gegenstoß und bescherte mir eine schmucke Fünf-Tore-Begegnung in
meiner Spielliste. Bei aller Kurzfristigkeit war der Besuch im
Parkstadion somit wohl die beste Option für diesen
Samstag-Nachmittag. Wir genossen zudem den fehlenden
Abreise-Druck und begaben uns stattdessen nach dem Abpfiff in
Richtung Spielfeldrand. Hier sprang für Lynns-S04-Fotoalbum
sogar noch ein Foto mit Keeper Siebeking heraus. Für mich
verkürzte die Partie meine Wartezeit bis zu meinem nächsten
geplanten Schalke-Spiel am vierten Bundesliga-Spieltag gegen
Elversberg. Im Duell der Aufsteiger hätte ich wenig gegen das
heutige Ergebnis einzuwenden.
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