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„Und ab nächste Woche beginnt dann ja auch
wieder Fußball!“ Ich musste innerlich süffisant lachen und
verkniff mir einen Kommentar, als ein langjähriger denkbar
fußballferner Kollege am Mittwoch kurz vor dem Feierabend unser
kurzes Gespräch mit diesem Satz beendete. Für mich beginnt am
11. Juni nichts, vielmehr endet innerhalb der nächsten Tage
meine durchaus ergiebige und sportlich, mit dem Aufstieg des
S04, natürlich auch sehr erfolgreiche Saison 2025/26. Was
demnächst in den USA, Kanada und Mexiko passiert, könnte indes
nicht weiter von dem entfernt sein, was man am Fußball liebt.
Sei‘s drum. Ein bisschen Hopping war noch drin, ehe es in die
Sommerpause geht. Für die niederländischen Amateurklubs ging es
beispielsweise in die nächste Runde der Playoffs. Ich blieb
meinen Zielen der letzten Wochen also treu und legte meinen
Fokus abermals auf unseren westlichen Nachbarn. Daniel und ich
entschieden uns also gegen einen Besuch der Nord-Aufstiegsspiele
und gegen die am Abend vor einem Feiertag recht abenteuerliche
Tour über die A1 nach Bremen. Stattdessen trafen wir uns nach
langer Zeit wieder zum gemeinsamen Spielbesuch und starteten ab
Kirchhellen über die wunderbare A31 in Richtung Niederlande.
Im Finalhinspiel der Playoffs zwischen der
vierten und fünften niederländischen Liga sollte am
Mittwochabend der Herausforderer RKSV NEO im heimischen Borne
den (Noch-)Inhaber eines Viertligaplatzes TEC VV empfangen. Nach
einer intensiv verquatschten und kurzen Anreise erreichten wir
die zwischen Enschede und Almelo gelegene Heimatstadt des
niederländischen WM-Fahrers Wout Weghorst. Der langjährige
Wolfsburg-Akteur wurde beim RKSV groß und verfolgte vielleicht
mit einem Auge aus den USA, was sein Jugendclub hier und heute
anstellte. Sonderlich bequem war unsere Ankunft am Sportpark Het
Wooldrik jedoch nicht. Es regnete und stürmte, während wir den
landestypischen Ground mit kleiner Tribüne auf der einen und
Klubhaus auf der anderen Seite umrundeten. Zum Glück konnte man
sich in der „vereinseigenen Frituur“ ebenso lecker wie günstig
stärken, den Regenschauer abwarten und wenige Minuten vor dem
Anpfiff einen Platz hinter der Bande einnehmen.
Auch wenn in den Playoff-Spielen kein Kind
den symbolischen Anstoß samt Torabschluss durchführen darf,
verschaffte sich die Jugend früh Aufmerksamkeit. Hinter dem Tor
links von uns versammelten sich auf beiden Seiten des Zauns
Nachwuchsspieler und feuerten ihr Team an. Die Kids außerhalb
des Geländes rissen dabei etliche Fackeln auf und tauchten den
Platz in einen dichten Nebel. Das war schon gar nicht schlecht
und auch während der kommenden 90 Minuten verschafften sich die
Banausen immer wieder Gehör. Das ist man so gar nicht gewohnt
bei unseren Nachbarn und vielleicht beeindruckte die
Unterstützung sogar die Gäste. Immerhin bekamen die Mannen aus
Tiel keinen Fuß vor den anderen und verschliefen den ersten
Durchgang komplett. Immer wieder brachen die Hausherren vor
allem auf der rechten Abwehrseite der TEC durch und erzielten,
genau so und nach mehreren Versuchen, nach einer halben Stunde
endlich das verdiente 1:0. Auch wenn sich im zweiten Durchgang
die Kräfteverhältnisse etwas verschoben, blieb die Truppe des
RKSV NEO – in Anlehnung an ihren Vereinsnamen „Nomes est omen“
(übersetzt “Der Name ist Programm“) – oben auf. So oder so
ähnlich. Auch wenn ich den kunstvollen Namen nicht verstehe, ist
mir zumindest die Ausgangslage klar. Halten die Jungs aus Borne
auch im Rückspiel dem Druck stand, spielen sie ab Sommer eine
Liga höher.
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