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Es ist der 19.04. und ein Heimspiel auf
Schalke steht an. Viel mehr geht nicht - könnte man denken. Doch
guckt man auf die Tabelle, sieht den S04 an der Spitze mit nur
noch fünf Spielen vor der Brust. Grund genug an diesem späten
Sonntagvormittag den Kofferraum zu öffnen und die Freundinnen
und Freunde auf dem Parkplatz für Bier und Knackwurscht
zusammenzutrommeln. Gesetzt waren neben Alex und mir, Angy,
Mariano und Mateo, die das Wochenende bei uns im Pott
verbrachten. Dazu kamen sicher noch zehn weitere Mitstreiter,
die unser kleines Treffen zu einer stattlichen und
stimmungsvollen Versammlung verwandelten. Alle Anwesenden waren
guter Dinge und glaubten an einen Heimsieg gegen das
Schlusslicht aus Münster. Es sprach auch wenig gegen diesen
Optimismus. Ihr letztes Spiel verloren die Knappen Ende Januar
beim Auswärtsspiel bei den Nachbarn aus Bochum. Seitdem gab es
aus neun Spielen fünf Siege und vier Remis. Trotzdem zeigt sich
natürlich immer wieder, dass gerade Duelle zwischen dem Ersten
und dem Letzten ganz anders laufen können.
Ich hoffte auch für Mateo, dass man sich
heute keine Blöße geben würde. Immerhin besuchte der junge Mann
sein erstes Fußballspiel und sollte aus diesem bitte mit einem
Erfolgserlebnis gehen. Mit sechs Jahren sein erstes Spiel in der
Schalker Nordkurve zu erleben, ist eine Ansage. Die Stimmung war
selbstverständlich gut und ließ dem prall gefüllten Münsteraner
Gästeblock keine wirkliche Chance, sich Gehör zu verschaffen.
Auch auf dem Platz gab es wenig, was den Gästen hätte Mut machen
können. Stolze sechs (Groß-)Chancen verbuchte Königsblau allein
in der Anfangsviertelstunde, bevor man das Tempo etwas
rausnehmen musste. Preußen-Schnapper Schenk hielt bis dato wie
ein Wahnsinniger alles, was auf seinen Kasten kam. Zum Glück aus
Schalker Sicht, konnte Karaman den Bann in der 36. Minute
brechen und brachte den S04 per Kopf in Front. Kurz vor der
Pause war es eine Aouchiche-Ecke, die Münsters Heuer knapp vor
Timo Becker zum zweiten Schalker Treffer ins eigene Tor köpfte.
Das 2:0 zur Pause fühlte sich äußerst gut
an, auch da die Gäste es nie gefährlich vors Schalker Tor
schafften. Man sah hier doch eindeutig, dass sich zwei
Mannschaften gegenüberstanden, die ziemlich sicher im kommenden
Jahr nicht in einer Liga spielen werden. Und das auch völlig
zurecht. Für die Adler-Träger kam es nun nämlich richtig dicke
und Preußens Bester, Keeper Schenk, schenkte sich einen
eigentlich harmlosen Aouchiche-Abschluss selbst ein (51.). Nach
66 Minuten stand es gar 4:0, nachdem Sylla am langen Pfosten
eine Karaman-Vorlage nutzte. Mittlerweile hatten wir also vier
Bierduschen im Nacken, die man beim Blick auf den Videowürfel
und dem darauf angezeigten Zwischenstand gut verkraften konnte.
Münsters Ehrentreffer in der 82. war dann zwar ärgerlich, aber
zu verkraften. Die königsblaue Party lief sowieso schon und so
mancher Gassenhauer und einige Laola-Runden wurden nach knapp
einem Jahr Abstinenz wieder ausgekramt. Mitte Mai 2025 hatte man
im Heimspiel gegen Elversberg voller Sarkasmus die abschließende
Nicht-Leistung einer absoluten Katastrophensaison besungen und
immerhin auf den Rängen für Spaß gesorgt. Elf Monate später
steht Schalke vor dem Aufstieg. Es fühlt sich grandios an.
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